MTV is not for free

Oktober 5, 2010

… anymore. Jetzt ist es raus: Der einstmals so revolutionäre Musiksender wird zum 1. Januar nächsten Jahres zum Bezahlkanal! Viele ältere Musikfans dürften darüber aber nicht allzu traurig sein, denn MTv hatte sich immer mehr von seinem ursprünglichen Format entfernt. Statt neuester Videos der angesagtesten Gruppen flimmerten immer mehr oftmals sinnfreie „Reality-Shows“ über die Mattscheibe.

Als MTV am 1. August 1981 auf Sendung ging, konnten gerade einmal 800.000 Haushalte in den USA den Sender empfangen, im Bestand waren gerade einmal 168 Musikvideos, 30 davon von Rod Stewart (Wikipedia). Im Laufe der 1980er und insbesondere der 1990 wurde aus dem kleinen Kanal ein weltumspannendes Netzwerk, welches das Musikbusiness komplett umkrempelte. Heute wird niemand mehr zum Superstar, der nicht zu seinem Hit ein passndes, aufwändig gestaltetes Video vorweisen kann.
Auch ästhetisch setzte das Musikfernsehen mit seinen schnellen Schnitten und auf Jugendliche zugeschnittenen Formaten neue Maßstäbe.
Nun ist also Schluss mit der freien Verfügbarkeit von MTV. Zwar geht man mit dem Spartensender MTV brand new „back to the roots“ und präsentiert einen reinen Musiksender, doch alle Kanäle sind nur noch gegen Bares zu empfangen, wie zuvor schon MTV Rocks oder VH-1. Persönlich muss ich sagen, dass ich mich nach der Abschaltung von Viva 2 und solch genialen Sendungen wie „Fast Forward“ oder „Zwobot“ bereits vom Musikfernsehen verabschiedet hatte, zumal gerade MTV Anfang der 2000er zum reinen Klingelton-Verkaufskanal mutierte. Eine gute Alternative ist auf jeden Fall der östereichische Sender gotv (lasst Euch nicht von der gruseligen Website abschrecken, das Programm ist wirklich gut, insbesondere die Sendung „hosted by“) und für etwas ältere Musikfans iMusic 1, das mittlerweile nachts leider zum Softpornosender mutiert.

Zum Ausgleich für das Verschwinden von MTV soll Viva zu einem „frei zugänglichen Schaufenster der MTV-Networks-Programmwelt aus[gebaut werden], eine Art Best-of-Kanal aus Viva, MTV, Nickelodeon und Comedy Central im Free-TV“. (Kress)


Das erste Video, das auf MTV zu sehen war…

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Böse Jungs verkloppen

September 9, 2010

Bei MTv gibt es eine Menge Sendungen, die die Menschheit wirklich nicht braucht. Deshalb schalte ich auch meist ab, wenn statt der erwarteten Musikvideos irgendwelche „Real-Life-Serien“ wie „The Girls Of Playboy Mansion“, „Celebrity Rehab“ oder Unsinn wie „Pimp My Ride“ oder „Nitro Circus“ läuft. Na gut, ganz so konsequent bin ich nicht. „Nitro Circus“ aber auch „Fist Of Zen“ können ganz unterhaltsam sein, sieht man dabei doch Menschen, die sich wider besseres Wissen wehtun oder wehtun lassen. Hier kommt die klassische Schadenfreude zum Tragen, nicht zu vergessen, dass man sich besser fühlt, wenn man Leute sieht, die entweder total bekloppt sind oder so geld- und ruhmversessen, dass sie sich freiwillig zum Affen machen lassen. Ein niederer Instinkt, ich weiß. „Bully Beatdown“ bedient hingegen ein ganz anderes Bedürfnis, weshalb mir die Sendung ein ganzes Stück besser gefällt.

Wer kennt das nicht? In der Schule gibt es meist einen oder mehrere Schläger, die vor Kraft kaum laufen können und die immer wieder ihr Mütchen an den Schwächsten kühlen müssen. Ganz besonders schlimm ist das für diejenigen, die solch ein Testosteronmonster regelrecht auf dem Kieker hat. Sie können machen, was sie wollen; der aufgeblasene Gockel findet immer einen Grund dem körperlich Schwächeren das Leben zur Hölle zu machen, oftmals mit roher Gewalt. „Bully Beatdown“ gibt diesen Schlägertypen endlich einmal die Gelegenheit, sich mit einem richtigen Gegner zu messen. Als Anreiz winken – im Falle eines Sieges – 10.000$ Belohnung.

Mittlerweile habe ich zwei oder drei Folgen gesehen. Die Tyrannen (bully) strotzen nur so von Selbstbewusstsein, wenn sie in den Ring treten und sind regelrecht stolz, wenn das Opfer die Liste ihrer Untaten aufzählt. Nach zwei Runden a 3 Minuten – erst ringen, dann boxen – haben sie meist begriffen, dass es nicht lustig ist, ein Punchingball zu sein. Denn gegen die echten Kampfkünstler haben die Bullys kaum eine Chance. Eine Lektion, die sie hoffentlich zu besseren Menschen macht…

Schade, dass es diese Form der ausgleichenden Gerechtigkeit nur im Fernsehen gibt und nicht jeder Betroffene einen Kämpfer oder zumindest einen großen Bruder in der Hinterhand hat! So werden die Tyrannen auch weiterhin ihre Opfer finden…