Wider die bösen Filesharer – Oder wem nützt die Schließung von MegaUpload

November 29, 2012

Ich gestehe, ich habe noch nie Filme aus dem Internet geladen. Zum einen bin ich technisch nicht so bewandert, als dass ich nicht befürchten müsste, mir irgendwelche Schadsoftware einzufangen. Zum anderen ist es mit den Filmen ähnlich wie mit den Musikstücken – fängt man einmal mit dem Download an, ist man irgendwann nur noch am „saugen“, anschauen bzw. anhören kann man sich das so Gesicherte dann jedoch kaum noch, weil es schlicht und ergreifend einfach zu viel wird.
Ich will an dieser Stelle gar nicht die unselige Diskussion zum Urheberrecht aufmachen. Selbstverständlich ist es illegal, sich Filme kostenlos aus dem Netz herunterzuladen, es sei denn der Rechteinhaber selbst macht dies möglich oder gestattet dies z.B. einer bestimmten Plattform. Ausnahmen bilden die Filme, bei denen die Rechte bereis ausgelaufen sind. So kann man bei Archive.org über eine Million rechtefreie Filme downloaden, logischerweise sind das nicht die neuesten Hollywood-Blockbuster, sondern vor allem Klassiker und fast vergessene Perlen der Filmgeschichte.

Nun aber zum eigentlichen Thema und das heißt konkret MegaUpload. Die Filesharing-Plattform galt bis zu ihrer Abschaltung als einer der größten „Umschlagplätze“ für illegal kopierte Filme. Die Film- und Rechteindustrie beklagte hohe Verluste und sorgte dafür, dass dem Treiben ein Ende bereitet wurde. Eine Studie der Wirtschaftswissenschaftler Dr. Jörg Claussen und Christian Peukert kam jedoch zu einem Ergebnis, das den Größen der Branche wenig gefallen dürfte: Die Abschaltung von MegaUpload hat sich auf die Kinoeinnahmen gar nicht, eventuell sogar negativ ausgewirkt. In einem Interview für die Süddeutsche Zeitung erläutern Claussen und Peukert ihre Ergebnisse. Zentrale These darin: Mainstream-Filme haben von der Abschaltung profitiert, für kleine Filme wirkt sich der Mangel an Vorab-Informationen negativ aus, da auch die wichtige „Mundpropaganda“ wegfällt. Eine Argumentation, die mir sinnvoll erscheint. Hinzu kommt, dass sich kleine Filme oftmals anspruchsvolleren Themen widmen, so dass sich für den Cineasten eine Zweitbegutachtung im Kino lohnt. Während viele Blockbuster auch mit grandiosen digitalen Effekten kaum über die schwachbrüstige Story hinwegtäuschen können. Man denke da nur an den Hollywood-Streifen „The Incredible Hulk“, der 2008 viele Fans des grünen Superhelden enttäuschte.
In Summe stellt die Schließung von Filesharing-Börsen insbesondere für echte Cineasten bzw. Musikliebhaber den größten Verlust dar, denn oftmals sind die nämlich genau nicht auf der Suche nach dem heißesten Scheiß, sondern nach den kleinen Perlen in der großen braunen Masse. Wer zum Beispiel einen australischen oder norwegischen Film haben will, der es hier nicht mal in die Kinos geschafft hat oder vielleicht nur auf ein, zwei Festivals lief, dem bleibt nur, sich für teures Geld (wenn vorhanden) die DVD aus dem Ausland schicken zu lassen. Und dass können sich nicht alle Filmfans leisten bzw. auch die, die nicht so aufs Geld achten müssen, kaufen die Katze nicht unbedingt im Sack.

Fazit. Lässt man mal die Rechtesituation außer Acht, hilft die Schließung der Filesharing-Börsen vor allem den großen Produktionsfirmen, denn ein wichtiger aber nicht so lautstark beworbener Teil des Angebots verschwindet vollständig vom Radar der potentiellen Kundschaft.


Endemol – Der Zuschauer, ein vernachlässigbarer Faktor beim Geldzählen

Oktober 15, 2010

Hier ganz unkommentiert eine Pressemeldung der Westdeutschen Allgemeinen Zeitung zu Vorfällen bei der Aufzeichnung der Show „Rette die Million“. Für alle, die die letzten Jahre geschlafen haben oder aus gutem Grund ihren Fernseher entsorgt haben und nicht wissen, wer Endemol ist: Hier die Endemol-Website und der entsprechende Eintrag in der Wikipedia:

WAZ: Eklat bei Aufzeichnung der ZDF-Show „Rette die Million“

Essen (ots) – Zu einem Eklat kam es am Dienstagabend bei der Aufzeichnung der von Endemol produzierten Show „Rette die Million“. Das berichten die Zeitungen der WAZ-Mediengruppe. (Freitagausgabe). Sieben sich hinziehende Stunden mussten die etwa 350 Besucher im Studio ausharren. „Wir bekamen nicht ein Wasser zu trinken, wir durften nicht zur Toilette gehen“, erklärte eine Besucherin. „Das ist Freiheitsberaubung“, habe das Publikum lautstark votiert. Selbst als die Show abgedreht war, die letzten Kandidaten mit ihren 200.000 Euro die Bühne verlassen hatten, durften die Zuschauer noch lange nicht nach Hause. „Sie haben Bodyguards an den Ausgängen postiert und zunächst die in der Show ausgesetzte Million Euro gezählt“. Endemol habe das Prozedere der Versicherung zugesagt, erklärten ZDF-Pressesprecher Peter Gruhne und eine Endemol-Sprecherin unisono. „Auf Grund des hohen Sicherheitsstandards und der vielfältigen Sicherheitsauflagen, deren Einhaltung wir als Produzent dem Versicherungsunternehmen angesichts eines siebenstelligen Bargeldbetrags garantieren müssen, ist es für die Studio-Zuschauer bei der Premiere von „Rette die Million!“ zu langen Wartezeiten gekommen“, erläuterte eine Endemol-Sprecherin gegenüber den Zeitungen der WAZ-Mediengruppe. Die Million Euro, die die Kandidaten in den langwierigen Runden hin- und herschleppen mussten, wurden von einer Münchener Firma versichert. Die Unannehmlichkeiten seien der Premiere geschuldet, erklärte ZDF-Pressesprecher Gruhne.. Eine Entschuldigung kam am Donnerstagabend doch noch. Von Jörg Pilawa: „Es tut mir extrem leid“, erklärte der Moderator. „Wir werden die Abläufe komplett neu gestalten. So etwas wird nie wieder passieren.“ Auch das ZDF bat „um Nachsicht“.

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