Fernsehen im Internet

Januar 9, 2013

Anfang des Jahres sorgte die neue Gebührenordnung zur Finanzierung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks für einigen Ärger, bedeutete sie doch, dass alle Haushalte die Rundfunkgebühr zahlen müssen, auch die die das Angebot nicht nutzen sowie diejenigen, die sich bisher davor drücken konnten. Nun kann man dazu stehen, wie man will, für das Geld bekommt der Kunde etwas. Seit 3. Januar ist das Erste Deutsche Fernsehen kostenlos im Internet abrufbar. Unter live.daserste.de bzw. mobil unter m.daserste.de können Interessierte jederzeit live ins ARD-Programm schauen.

Auf dem Streaming-Zug springt momentan auch Axel-Springer auf. Der Großverlag bietet für 8,99 Euro im Monat „Serien- und Film-Highlights“ unter dem Namen „Bild Movies“ an.

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Wider die bösen Filesharer – Oder wem nützt die Schließung von MegaUpload

November 29, 2012

Ich gestehe, ich habe noch nie Filme aus dem Internet geladen. Zum einen bin ich technisch nicht so bewandert, als dass ich nicht befürchten müsste, mir irgendwelche Schadsoftware einzufangen. Zum anderen ist es mit den Filmen ähnlich wie mit den Musikstücken – fängt man einmal mit dem Download an, ist man irgendwann nur noch am „saugen“, anschauen bzw. anhören kann man sich das so Gesicherte dann jedoch kaum noch, weil es schlicht und ergreifend einfach zu viel wird.
Ich will an dieser Stelle gar nicht die unselige Diskussion zum Urheberrecht aufmachen. Selbstverständlich ist es illegal, sich Filme kostenlos aus dem Netz herunterzuladen, es sei denn der Rechteinhaber selbst macht dies möglich oder gestattet dies z.B. einer bestimmten Plattform. Ausnahmen bilden die Filme, bei denen die Rechte bereis ausgelaufen sind. So kann man bei Archive.org über eine Million rechtefreie Filme downloaden, logischerweise sind das nicht die neuesten Hollywood-Blockbuster, sondern vor allem Klassiker und fast vergessene Perlen der Filmgeschichte.

Nun aber zum eigentlichen Thema und das heißt konkret MegaUpload. Die Filesharing-Plattform galt bis zu ihrer Abschaltung als einer der größten „Umschlagplätze“ für illegal kopierte Filme. Die Film- und Rechteindustrie beklagte hohe Verluste und sorgte dafür, dass dem Treiben ein Ende bereitet wurde. Eine Studie der Wirtschaftswissenschaftler Dr. Jörg Claussen und Christian Peukert kam jedoch zu einem Ergebnis, das den Größen der Branche wenig gefallen dürfte: Die Abschaltung von MegaUpload hat sich auf die Kinoeinnahmen gar nicht, eventuell sogar negativ ausgewirkt. In einem Interview für die Süddeutsche Zeitung erläutern Claussen und Peukert ihre Ergebnisse. Zentrale These darin: Mainstream-Filme haben von der Abschaltung profitiert, für kleine Filme wirkt sich der Mangel an Vorab-Informationen negativ aus, da auch die wichtige „Mundpropaganda“ wegfällt. Eine Argumentation, die mir sinnvoll erscheint. Hinzu kommt, dass sich kleine Filme oftmals anspruchsvolleren Themen widmen, so dass sich für den Cineasten eine Zweitbegutachtung im Kino lohnt. Während viele Blockbuster auch mit grandiosen digitalen Effekten kaum über die schwachbrüstige Story hinwegtäuschen können. Man denke da nur an den Hollywood-Streifen „The Incredible Hulk“, der 2008 viele Fans des grünen Superhelden enttäuschte.
In Summe stellt die Schließung von Filesharing-Börsen insbesondere für echte Cineasten bzw. Musikliebhaber den größten Verlust dar, denn oftmals sind die nämlich genau nicht auf der Suche nach dem heißesten Scheiß, sondern nach den kleinen Perlen in der großen braunen Masse. Wer zum Beispiel einen australischen oder norwegischen Film haben will, der es hier nicht mal in die Kinos geschafft hat oder vielleicht nur auf ein, zwei Festivals lief, dem bleibt nur, sich für teures Geld (wenn vorhanden) die DVD aus dem Ausland schicken zu lassen. Und dass können sich nicht alle Filmfans leisten bzw. auch die, die nicht so aufs Geld achten müssen, kaufen die Katze nicht unbedingt im Sack.

Fazit. Lässt man mal die Rechtesituation außer Acht, hilft die Schließung der Filesharing-Börsen vor allem den großen Produktionsfirmen, denn ein wichtiger aber nicht so lautstark beworbener Teil des Angebots verschwindet vollständig vom Radar der potentiellen Kundschaft.


Spiel-Eindrücke auf YouTube sammeln

September 18, 2012

Ob sich der Kauf eines Games oder die Anmeldung bei einem bestimmten Spiel lohnt, ist eine Frage die sich viele Computerspiel-Fans sicherlich immer mal wieder stellen. Schließlich möchte man weder Geld noch Zeit umsonst investiert haben und einen möglichst hohen Grad an Spielspaß genießen. Von daher holen sich viele Gamer im Vorfeld erst einmal sorgfältig Informationen ein. Eine Methode ist da sicherlich das Lesen von entsprechenden Testberichten. Eine andere Variante wären aber auch so genannte „Lets-Play Videos“ auf YouTube oder einfach der Trailer zu einem angesagten Spiel.

Beispiel EverQuest II

Ein Beispiel: Viele Spieler überlegen sich, ob es sich für sie lohnt, sich bei EverQuest II anzumelden. Wer mehr über das Spiel erfahren will, kann sich jedoch einfach zu YouTube verlinken lassen und sich hier den Trailer ansehen. Mit Diesem erfährt man in nur 40 Sekunden, worum es grob in dem Spiel geht, bekommt ein paar grafische bzw. optische Eindrücke präsentiert und generell die wesentlichsten Informationen. Ein solches kurzes Video kann also schon ausreichen, um eine Idee von EverQuest II oder irgendeinem anderen Game zu bekommen. Das Lesen eines Testberichtest nimmt da wohl deutlich mehr Zeit in Anspruch und zudem fehlen die bildlichen Eindrücke weitestgehend.

Lets Play Videos

Mit einem Video ist es also möglich, in dieser Hinsicht viel mehr Eindrücke und Informationen in kürzerer Zeit aufzunehmen. Wem kurze Trailer dazu noch nicht reichen, der kann sich auf YouTube und Co auch so genannte „Lets Plays“ ansehen. In diesen Filmschnipselchen testen Spieler das entsprechende Game live an und filmen das Spielgeschehen für den Zuschauer einfach ab. Dadurch dass man hier einem anderen Gamer beim Spielen zusieht, entsteht ein brauchbarer Gesamteindruck,

Videos und Trailer zu Games sind daher der ideale Weg um sich zu informieren und eine sehr gute Ergänzung zu ausführlichen Testberichten. Interessiert man sich für ein bestimmtes Spiel, so ist YouTube sicherlich eine gute Anlaufstelle.


Filmreview: The Social Network

September 30, 2011

Egal ob Einladungen zu Partys, virtuelle Annäherungsversuche an die neue Liebe oder die amüsante Statusmeldung eines Arbeitskollegen. Facebook ist in aller Munde und bereits unser alltäglicher Begleiter. Im Film The Social Network zeichnet Regisseur David Fincher (Fight Club, Sieben, Alien 3) die Entwicklung des derzeit erfolgreichsten sozialen Netzwerks nach.

Im Fokus des Films steht natürlich der Kopf des Facebook-Imperiums, Mark Zuckerberg (gespielt von Jesse Eisenberg). Wer David Finchers Filme kennt, der weiß, dass man hier keinen pathetischen Facebook-Werbefilm erwarten sollte. So erzählt der Film die Facebook-Geschichte recht ungeschminkt. Angefangen bei der simplen Grundidee, über den Hype, bis hin zu Prozessen und zerstörten Freundschaften. Das Motto „Du kannst keine 500 Millionen Freunde haben, ohne dir ein paar Feinde zu machen“ könnte den Kern des Films kaum passender treffen. Die Geschichte wird in drei Zeitebenen erzählt, ohne dabei unübersichtlich zu werden. Für die musikalische Untermalung sorgt der Nine Inch Nails Mastermind Trent Reznor und selbst Justin Timberlake, der in diesem Film den verrückten Napster-Mogul spielt, ist mit von der Partie.

Mark Zuckerberg selbst war beim Dreh des Films nicht dabei. Erst nach dem Dreh sah er den Film. Der Facebook-Kopf wertete den Film als „interessant“ und „unterhaltsam“ ab. Zugleich wies er darauf hin, dass es sich hierbei um einen Film handelt, der die dramatischen Momente unterstreicht. Sein tatsächliches Leben sei in dieser Zeit doch ruhiger verlaufen, vieles im Film sei außerdem Fiktion, um den Film für das Publikum interessanter zu machen. Seinen Darsteller Jesse Eisenberg hat er später persönlich getroffen.

Am Ende der 120 Minuten wissen wir selbst nicht, ob wir dem hier dargestellten Mark Zuckerberg eine Freundschaftseinladung schicken würden. David Fincher gelingt ein Porträt von Mark Zuckerberg, das recht komplex ist und sich nicht auf Klischees á la „geldgieriger Mogul“ stützt.

Der Film gewann zahlreiche Auszeichnungen. Unter anderem einen Golden Globe für das bestes Filmdrama, die beste Regie, das bestes Drehbuch und die beste Filmmusik. Auch bei der Oscar-Verleihung zählte The Social Network zu den Abräumern und wurde in den Kategorien „Bestes adaptiertes Drehbuch“, „Beste Filmmusik“ und „Bester Schnitt“ ausgezeichnet. In Anbetracht dieses Erfolges und des Fortsetzungs-Wahns in der Filmindustrie muss man sich fast schon wieder fragen, ob es in einigen Jahren auch von diesem Film eine Fortsetzung gibt, in der die weitere Entwicklung von Facebook gezeigt wird.


Video On Demand im Test

März 8, 2011

Ich gebe zu, auch ich habe schon ein paar Mal über das Thema Filme im Internet anschauen nachgedacht. Persönlich bin ich ja noch eher der Old-School-Typ, der am Rechner arbeitet und surft und Filme die länger als zehn Minuten sind, lieber im Fernseher anschaut. Manche Sachen gibt es aber nicht auf DVD oder man will sich den Film nicht ins heimische Regal stellen. Video On Demand hat also schon seinen Sinn, speziell wenn man etwas weiter weg von der nächsten gut bestückten Videothek wohnt.
Mit den besseren Internetverbindungen bzw. Bandbreiten ist es heutzutage kein Problem mehr, die Filme auch in ansprechender Qualität zu streamen. Spontane Entscheidungsmöglichkeit und bequeme „Beschaffung“ sprechen kundenseitig für das Verfahren. Kein Wunder also, dass Nachfrage und Angebot steigen. Damit hat der Kunde natürlich wieder einmal die Qual der Wahl: Für welchen Dienstleister soll ich mich entscheiden? Wer hat die besten Konditionen, wo binde ich mich an einen Anbieter, welche Rechte erwerbe ich…?
Die Plattform getestet.de hat sechs Video-On-Demand-Plattformen (Lovefilm.de, Maxdome.de, Videobuster.de, Apple iTunes, Videothek.vodafone.de, Videoload.de) auf Herz und Nieren geprüft. Eine der wichtigsten Fußangeln des Ganzen ist DRM – Digital Rights Management, das dafür sorgt, dass ja kein Nutzer etwas Böses mit den Inhalten anfängt. Ansosnten unterschieden sich die Plattformen deutlich hinsichtlich Filmauswahl, Preisen, Bindung, Rechten…
Wer sich also mit den Vor- und Nachteilen der einzelnen Angebote näher beschäftigen will, der werfe einen Blick auf den Testbericht. Ich glaube, ich werde das Angebot so schnell nicht nutzen, weil mich die so genannten Blockbuster meist sowieso nicht interessieren. Ist alles noch sehr mainstreamig, interessant wäre so eine Plattform aus meiner Sicht vor allem für selten gezeigte und alte, nicht mehr erhältliche Filme. Da braucht es selbstverständlich noch einen guten Blog oder Newsletter dazu, der den Kunden auf ebend diese Perlen aufmerksam macht. Wenn ich allerdings einen aktuellen Film unbedingt sehen will, gehe ich lieber ins Kino…


Virale Videos

Februar 2, 2011

Ganz kurz an dieser Stelle: Unter http://viralvideochart.unrulymedia.com/ findet Ihr eine Hitparade der „Most conatgious viral videos 2010“, also der ansteckendsten viralen Spots. Ich weiß also schon, was ich heute abend mache. Dann gibt’s vielleicht noch einen kleinen Review dazu 🙂

1) großer Fahrkünstler aber als Öko klappt mir das Messer auf.

2) technisch großartig aber totaler Kitsch

3) langweilig. s. 1)

4) großartig der Mann, als Video keine große Kunst

5) Wahnsinn. Großartiger Sportler – einfach unglaublich! Gut gefilmt, Klasse Musik, herrliche Landschaft…

6) Süße Kinder aber der Fraß? Da gibt’s in Indien viel Besseres…

7) no interest…

8) Gut gemacht. Aber das Bier taugt nichts…

9) Sehr schön und ganz schön crazy. Wenn die Kids früh anfangen, solche Musik zu hören, dann wird vllt. was auas ihnen 🙂

10) Zum Weinen schön. Will ich das nächste Mal auch haben!

11) Ein Klassiker mittlerweile. Absolut genial.

12) Spitzenidee und sehr witzig, das mit dem Tipp-Ex

13) Niedlicher Pa&Ma-Rap aber halt für ein Auto…

14) Groß aber es fehlen einige Zutaten, damit das so stimmig wird wie unter 5)

15) Was ist denn das? Seltsamer Typ, schlechte Musik, säxy Frauen und ein insgesamt albernes Video. Das ist wohl eher ein Schnupfenvirus…

16) Witziges Schweinchen aber wofür machen die Werbung?

17) Meine Frau lacht. Weil ich nicht so aussehe wie der Old Spice Mann. Und auch nicht so rieche 😦

18) Jaja, das Urheberrecht…, s. 15)

19) Echte Fans. Hübsche Idee…

20) Nerdy nerdy… Wayne’s interessiert…


Sieg für Hartplatzhelden

November 1, 2010

Das war schon irgendwie fies: Der Württembergische Fußballverband (WFV) verklagte die Website Hartplatzhelden, weil dort Videos von Amateurfussballspielen gezeigt wurden. Der WFV war der Meinung, ihm stünde das alleinige Verwertungsrecht zu. Das sah der Bundesgerichtshof anders und begründete, dass die Veröffentlichung der Ausschnitte „keine unlautere Nachahmung eines ungeschützten Leistungsergebnisses“ sei (kress). Nach langer Zeit geht damit ein Streit zugunsten der Plattform zuende.

Persönlich fand ich die Klage von Anfnag an albern. Bei den Videos handelt es sich um Schnipsel von bis zu anderthalb Minuten, die von den Usern hochgeladen werden. Von einem wirklichen Spielbericht, wie wir ihn aus Sportschau & Co. kennen, kann daher kaum die Rede sein. Selbstverständlich findet eine „Verwertung“ statt, wenn in der Umgebung dieser Filmchen Anzeigen geschaltet werden. Aber seien wir doch ehrlich – dabei geht es um Peanuts und nicht um Millionenbeiträge wie bei der Bundesliga.
Als Jemand, der früher selbst häufig seine Lieblingsmannschaft auf dem Platz angefeuert hat, hätte ich mich gefreut, ein paar Szenen aus Spielen zu sehen, zu denen ich nicht vor Ort sein konnte. Im Fernsehen finden die unteren Ligen ja sowieso nicht statt (immerhin gibt es bei uns im MDR den „Sport im Osten„) und ich glaube auch nicht als Livestream – da lasse ich mich aber gern auch eines Besseren belehren. Verbände wie der WFV sollten froh sein über die Werbung, die die Fans ganz kostenlos für dei Spiele machen und nicht den Enthusiasten noch Steine in den Weg werfen. Sicher wäre auch eine Kooperation mit den Betreibern der Interntplattform möglich gewesen – zu beiderseitigem Vorteil – aber nein, man hat sich für Krieg entschieden und verloren. Recht so! Der Amateurfussball soll bleiben, was er ist – Sport und kein Big Business!