Das gelbe Segel

Dezember 12, 2013

Im Fernsehen hatte ich jetzt Gelgenheit, „Das gelbe Segel“ zu sehen. Ein sehr untypischer amerikanischer Film über einen Mann, Brett Hanson (William Hurt), der nach sechs Jahren aus dem Gefängnis kommt und sich auf den Weg zurück zu seiner Frau May (Maria Bello) macht. Bei einem Streit mit ihr hat er einen Mann erschlagen, der May zu Hilfe kommen wollte.
Auf seinem Weg begleiten ihn zwei Teenager, die nach Zuneigung suchende Martine (Kristen Stewart) und der kindisch-überdrehte Gordy (Eddie Redmayne), der sich überall fehl am Platze fühlt. Die Drei wachsen auf der Reise zusammen, Martine und Gordy werden schlussendlich sogar ein Paar.
Der Film lebt von seinem ruhigen Tempo, der beeindruckenden Landschaft des amerikanischen Südens, den realistischen Szenen aus dem Leben des Protagonisten und den vielen Rückblenden, die Bretts Beziehung mit May beleuchten und erklären, wie es zu dem Totschlag kam. Brett zeigt sich dabei als schicksalsergebener Mensch, der die Dinge nimmt, wie sie sind, der auch keine Entschuldigung für seine Tat sucht. Als er ins Gefängnis kommt, gibt er May frei. Doch seine Liebe ist stärker, er will sie suchen und schauen, ob sie das gelbe Segel gesetzt hat, ihr vereinbartes Zeichen, dass sie sich eine gemeinsame Zukunft vorstellen kann. Doch dort, wo May mal gelebt hat, findet Brett sie nicht mehr und auf den letzten Metern will er aufgeben. Zum Glück sind Martine und Gordy an seiner Seite…


Unsere Mütter, unsere Väter

März 18, 2013

Gestern Abend lief im ZDF der erste Teil der Trilogie „Unsere Mütter, unsere Väter“. Er erzählt die Geschichte von fünf Freunden im Deutschland des Jahres 1941, die zusammen aufgewachsen sind und sich nun trennen. Die Brüder Friedhelm und Wilhelm müssen als Soldaten es an die Ostfront, auch Nesthäkchen Charlotte, dient dort als Krankenschwester. Greta versucht derweil in der Heimat ein Star zu werden, ihr Geliebter Viktor ist Jude. Für ihn gibt es in dem „neuen Deutschland“ der Nazis keinen Platz.
Der Film beginnt mit der Abschiedsfeier der fünf und dem Versprechen, sich zu Weihnachten wieder in Berlin zu treffen. Doch es kommt alles anders, als sich die fünf vorgestellt haben.

Der Titel des Filmes mag etwas unglücklich sein und auch setzt der Film etwas spät an, so erfährt man nichts über die Vorgeschichte des Quintetts, doch zeigt er recht eindrücklich, dass für die Träume der jungen Leute in Zeiten eines barbarischen Krieges kein Platz ist. Und, wer wie Greta doch die Chance hat, seinen Weg zu gehen, der kann dies nicht tu, ohne sich die Finger schmutzig zu machen und sich zu verkaufen. Und wie sagt es Friedhelm so deutlich: „Der Krieg wird nur das Schlechteste in uns zum Vorschein bringen.“

Sehr eindrucksvoller deutscher Fernsehfilm, dessen zweiten und dritten Teil (heute und am Mittwoch, jeweils 20.15h im ZDF) ich sicher nicht verpassen werde…


Fernsehen im Internet

Januar 9, 2013

Anfang des Jahres sorgte die neue Gebührenordnung zur Finanzierung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks für einigen Ärger, bedeutete sie doch, dass alle Haushalte die Rundfunkgebühr zahlen müssen, auch die die das Angebot nicht nutzen sowie diejenigen, die sich bisher davor drücken konnten. Nun kann man dazu stehen, wie man will, für das Geld bekommt der Kunde etwas. Seit 3. Januar ist das Erste Deutsche Fernsehen kostenlos im Internet abrufbar. Unter live.daserste.de bzw. mobil unter m.daserste.de können Interessierte jederzeit live ins ARD-Programm schauen.

Auf dem Streaming-Zug springt momentan auch Axel-Springer auf. Der Großverlag bietet für 8,99 Euro im Monat „Serien- und Film-Highlights“ unter dem Namen „Bild Movies“ an.


Der (voraussichtlich) letzte Streich der Olsenbande

Juni 7, 2012

Zu DDR-Zeiten gehörten die Olsenbande-Filme zu den absoluten Kino-Kassenschlagern. Woran das lag, lässt sich heute nur schwer sagen. Zum einen wohl daran, dass die dänischen Komödien – neben Filmen von Pierre Richard und Louis de Funès) zu den wenigen Filmen gehörten, die es aus dem NSW (nicht-sozialistisches Wirtschaftsgebiet) auf die ostdeutschen Leinwände schafften. Viel wahrscheinlicher ist jedoch, dass die schrägen Charaktere der Streifen große Sympathie genossen: der einfallsreiche aber etwas größenwahnsinnige Egon, der weinerliche aber gutherzige Kjeld und der lebenslustige aber schusselige Benny und ein ganzes Ensemble weiterer liebenswerter Figuren von Kjelds überdrehter Ehefrau Yvonne und seinem schlauen Sohn Børge, der so gar nicht nach dem Vater kommt, über die tollpatschigen Polizisten Mortensen und Jenssen bis hin zum genial-chaotischen Dynamit-Harry und dem fiesen, häufig nach Egons Leben trachtenden „Dummen Schwein“. Die wahrhaft bösen Gestalten der Olsenbande-Filme sind aber meist aalglatte Geschäftsleute und Politiker, die ihren dunklen Machenschaften im Schutz von Macht und Gesetz nachgehen. Die Olsenbande als echte „working class“-Vertreter wehrt sich mit ihren Mitteln gegen diese Gauner, was sicher auch zur Popularität gerade im Osten beigetragen haben dürfte.
Nicht minder wichtig für den Erfolg der dänischen Kleinganoven war der unglaubliche Erfindungsreichtum von „Bandenchef“ Egon immer wieder für Freude sorgte. Wer erinnert sich nicht an all die Beutezüge des Trios, bei dem mit minimalem Einsatz und perfektem Timing Panzer geklaut, Hochsicherheitssysteme überlistet oder finstere Gangster ausgetrickst wurden. Eines der Highlights der Serie ist sicher die Szene in „Die Olsenbande sieht rot“, in der Egon, Benny und Kjeld sich während eines Konzertes durch die Wände der Garderoben im Königlichen Theater hämmert, bohrt und sprengt – immer perfekt im Takt – um letztendlich eine kostbare Vase zu entwenden.

„Der (voraussichtlich) letzte Streich der Olsenbande“ entstand bereits 1974 als sechster Film der Reihe. Da der Film als Abschluss der geplant war, glückt der Olsenbande diesmal sogar ihr großer Coup, was die Drehbuchautoren aber nicht daran hinderte, später da weiter zu machen, wo die Filme bisher immer endeten: Egon sitzt im Knast und wird bei der Entlassung von seinen Kumpels Benny und Kjeld abgeholt. So beginnt auch dieser Film (nach einer kurzen Sequenz auf Mallorca, wo Egon Dank Yvonnes Fehler von der spanischen Polizei auf frischer Tat bei einem Einbruch erwischt wird). Als Egon aber diesmal aus dem Knast kommt, warten bereits der Geschäftsmann Holm-Hansen jr. Auf ihn, der für den Gentleman-Gauner einen Job hat. Egon fühlt sich zu höherem berufen und lässt seine Freunde einfach stehen. Sein Auftrag führt ihn in die Schweiz, wo er einen Safe, Franz-Jäger, Berlin, öffnen soll. In diesem hatte ein kürzlich verstorbener Geschäftspartner Holm-Hansens die gesuchten Bedford-Diamanten verwahrt. Egon löst seien Aufgabe ohne Probleme wird dann aber bei eingeschalteter Alarmanlage zurückgelassen. Es gelingt ihm trotzdem zu entkommen und eingeschlossen auf der Toilette eines Zuges nach Tagen wieder nach Kopenhagen zurückzukehren. Wieder einmal ist Egon „verarscht“ wurden. Seinen Kollegen ging es nicht viel besser; bei einem dilettantischen Einbruch in ein Kiosk erbeuteten sie ein kleines Trinkgeld statt des großen Hauptgewinns. Man findet also wieder zusammen und Egon sinnt auf Rache.
Die Bedford-Diamanten sollen an ein paar reiche Ölscheichs verkauft werden – das Geschäft wird in der Kopenhagener Börse abgewickelt. Auf dem Rückweg zum Flughafen klaut die Olsenbande die Diamanten mit Hilfe eines Busses, ein paar Ballons, eines kleinen Bootes mit überlangem Fahnenmast. Später geht Egon mit den Diamanten zu Holm-Hansen und es gelingt ihm mit einem Trick, das Geld (15 Millionen Dollar) einzusacken, währen der Bankier, der die Polizei bereits informiert hat, auf den gesuchten Diamanten sitzen bleibt. So geht diesmal der echte Schurke ins Gefängnis, Egon, Benny und Kjeld dürfen samt Anhang in den Urlaub fliegen…

Im Detail zu erzählen, wie die Olsenbande den Plan umsetzt, ist nicht sinnvoll, das muss man gesehen haben. Dabei ist allerdings darauf zu achten, dass man die ostdeutsche Synchronvariante erwischt. Einmal hatte ich das Pech eine westdeutsche zu sehen und das war eine echte Katastrophe. Im Westen war die Dänen „Massenware“ und so hatte man sich keine allzu große Mühe bei den Dialogen gegeben, die meist dümmlich statt witzig ausfielen. (Zudem ist es sowieso schwer, wenn bekannte Figuren plötzlich mit anderer Stimme sprechen.)

Sicher, der Humor der Olsenbande-Filme ist ein wenig antiquiert. Gelegentlich schaue ich mir die Komödien aber gern mal wieder an, auch weil sie ein Stück Kindheitserinnerung sind.


Videospiel-Branche im Umbruch

Mai 11, 2012

Einen ausfühlrichen Artikel zum Thema gibt es bei Handelsblatt.de. Electronic Arts sagt den Launch eines „bedeutenden“Spiels ab und verschiebt diesen auf 2013 / 2014, die Abonnetenzahlen für die Onlinegames des Herstellers brechen ein, ebenso wie Absatzzahlen für Games und Konsolen aller Hersteller. Eienn Boom erleben hingegen Social Games wie Farmville auf Facebook. 


Neue Sender im TV

März 2, 2012

Laut PR-Dienstleister Cision erwatrten uns in nächster Zeit einige Neuerungen im Fernsehen. So bei den Bezahlsendern der ProSiebenSat.1 Media AG“. Neu zum Portfolio hinzu kommt „ProSieben fun“ als „Entertainment-Sender für die junge Zielgruppe“. Aus „Sat.1 Comedy“ soll „Sat.1 emotions“ werden, der Schwerpunkt liegt hier „auf moderner Unterhaltung mit Gefühl“. Vermutlich sind damit Serien wie „Verliebt in Berlin“ gemeint.
Sehr witzig finde ich das Zitat von Christoph Bellmer, dem Head of New TV „ProSiebenSat.1“ (was auch immer dieser Titel bedeuten soll): „Die Zuschauer bekommen unter unseren starken Programmmarken exakt das geboten, was sie erwarten. Damit setzen wir ganz bewusst noch stärker auf Qualität, denn wir sind von einem weiteren Wachstum im Bereich Pay-TV überzeugt.“ „Die Zuschauer bekommen genau was sie wollen“ und „Qualität“ in einem Satz zu nennen, finde ich schon reichlich verwegen. Wir kennen das ja bereits zur Genüge: Das kleinste gemeinsame Vielfache findet sich meist auf sehr niedrigem Niveau. Aber Hauptsache, die Bilder sind in HD bzw. SD, das macht ja schon 99% der Qualität aus 😉

Ex-RTL-Programmdirektor Helmut Thoma plant, uns ab April mit einem „Volks-TV“ zu beglücken. Das soll ein Mantelprogramm von 16 bis 18 Stunden für Kleinst- bzw. Regionalsender wie Rhein Main TV liefern. Dann müssen die nachts vielleicht keine albernen Softpornos, Gewinnspiele oder Küchengerätwerbungen mehr zeigen. Das wäre ja ein Fortschritt. Allerdings ist anzunehmen, dass auch Thoma nicht gerade Sternstunden des TV über den Satellit schickt. Schließlich soll’s das „Volk“ ja auch verdauen…


Sendungen im Fernsehen, die man nicht kennen muss, Teil 1 – Der Bachelor

Februar 29, 2012

Ich muss gestehen, dass ich mir viele Sendungen im Fernsehen durchaus mal anschaue, auch wenn ich sie für absoluten Schwachsinn halte. „Der Bachelor“ gehört ehrlich gesagt nicht in diese Reihe, weil ich es noch nie geschafft habe, mir eine ganze Folge anzuschauen. Ich kann einfach nicht nachvollziehen, welchen Reiz diese Selektionsshow (eines meiner aktuellen Lieblingswörter für „DSDS“, „Voice Of Germany“ „Germanys Nexst Top Model“ etc.) haben soll. Ganz abgesehen davon finde ich es mal wieder absolut typisch für unsere ach so emanzipierte Gesellschaft, dass da eine Horde williger Weiber um die „Liebe“ eines „heißen“ Junggesellen kämpft. Warum macht man das nicht mal umgedreht, warum dürfen sich nicht mal die Kerle zu Deppen machen? Angeblich soll es ja auch bald eine „Bachelorette“ geben. Die SPD-Politikerin Sabine Bätzing hat das gut auf den Punkt gebracht: „Das Frauenbild, das dem Publikum vermittelt wird, ist erschreckend und erinnert mich an den arabischen Kamelhandel.“

Ehrlich gesagt, muss das Publikum, das solch ein Fernsehformat schaut, entweder extrem zynisch sein und Freude daran haben, wie sich Menschen zum Obst machen oder sie sind total bekloppt und halten das, was da geboten wird, für realistisch. Beides keine allzu schmeichelhaften Vorstellungen.

Achso: Worum geht es überhaupt? Es gibt also einen Typen, der Bachelor („Junggeselle“), den 25 bzw. in der zweiten Staffel 20 Frauen erobern sollen. Dazu gibt’s irgendwelche Gruppen- und Einzeldates, während der sich die Kandidatinnen bei dem Herren anschmieren sollen. Der Bachelor, verteilt dann Rosen und diejenigen Damen, die keine abbekommen, sind draußen. Der ganze Schmus wird natürlich an schönen Orten gedreht, in tollem Ambiente, damit der durchschnittliche Zuschauer auch richtig schön neidisch auf die „toll“ aussehenden Beteiligten wird. Am Ende gewinnt eine Kandidatin und, so sieht es das Drehbuch vor, sie und der Bachelor werden ein Paar und bleiben zusammen, bis sie gestorben sind. Amen.

Das ist natürlich Quatsch, weil dieser Fernsehverblödungsquatsch nicht das Geringste mit Gefühlen zu tun hat, sondern vor allem mit Publicity. Wer sich mal ein wenig mit Herkunft und weiterem Werdegang der zweihöckrigen „Kamele“ und Junggesellen beschäftigt, wird schnell merken, dass die „irgendwas mit Medien“ und Öffentlichkeit zu tun haben. Bachelor Paul z.B. war „Mister Hamburg 2009“, die Gewinnerin der ersten Staffel, Juliane Ziegler arbeitet als Fernsehr-Moderatorin. Andere Damen waren und sind als Models unterwegs.

Noch Fragen Hauser? Ja, Kienzle. Warum schauen sich die Menschen solch einen Quatsch an?
Wahrscheinlich weil sie ihr eigenes Leben für so farblos halten…