Sendungen im Fernsehen, die man nicht kennen muss, Teil 1 – Der Bachelor

Ich muss gestehen, dass ich mir viele Sendungen im Fernsehen durchaus mal anschaue, auch wenn ich sie für absoluten Schwachsinn halte. „Der Bachelor“ gehört ehrlich gesagt nicht in diese Reihe, weil ich es noch nie geschafft habe, mir eine ganze Folge anzuschauen. Ich kann einfach nicht nachvollziehen, welchen Reiz diese Selektionsshow (eines meiner aktuellen Lieblingswörter für „DSDS“, „Voice Of Germany“ „Germanys Nexst Top Model“ etc.) haben soll. Ganz abgesehen davon finde ich es mal wieder absolut typisch für unsere ach so emanzipierte Gesellschaft, dass da eine Horde williger Weiber um die „Liebe“ eines „heißen“ Junggesellen kämpft. Warum macht man das nicht mal umgedreht, warum dürfen sich nicht mal die Kerle zu Deppen machen? Angeblich soll es ja auch bald eine „Bachelorette“ geben. Die SPD-Politikerin Sabine Bätzing hat das gut auf den Punkt gebracht: „Das Frauenbild, das dem Publikum vermittelt wird, ist erschreckend und erinnert mich an den arabischen Kamelhandel.“

Ehrlich gesagt, muss das Publikum, das solch ein Fernsehformat schaut, entweder extrem zynisch sein und Freude daran haben, wie sich Menschen zum Obst machen oder sie sind total bekloppt und halten das, was da geboten wird, für realistisch. Beides keine allzu schmeichelhaften Vorstellungen.

Achso: Worum geht es überhaupt? Es gibt also einen Typen, der Bachelor („Junggeselle“), den 25 bzw. in der zweiten Staffel 20 Frauen erobern sollen. Dazu gibt’s irgendwelche Gruppen- und Einzeldates, während der sich die Kandidatinnen bei dem Herren anschmieren sollen. Der Bachelor, verteilt dann Rosen und diejenigen Damen, die keine abbekommen, sind draußen. Der ganze Schmus wird natürlich an schönen Orten gedreht, in tollem Ambiente, damit der durchschnittliche Zuschauer auch richtig schön neidisch auf die „toll“ aussehenden Beteiligten wird. Am Ende gewinnt eine Kandidatin und, so sieht es das Drehbuch vor, sie und der Bachelor werden ein Paar und bleiben zusammen, bis sie gestorben sind. Amen.

Das ist natürlich Quatsch, weil dieser Fernsehverblödungsquatsch nicht das Geringste mit Gefühlen zu tun hat, sondern vor allem mit Publicity. Wer sich mal ein wenig mit Herkunft und weiterem Werdegang der zweihöckrigen „Kamele“ und Junggesellen beschäftigt, wird schnell merken, dass die „irgendwas mit Medien“ und Öffentlichkeit zu tun haben. Bachelor Paul z.B. war „Mister Hamburg 2009“, die Gewinnerin der ersten Staffel, Juliane Ziegler arbeitet als Fernsehr-Moderatorin. Andere Damen waren und sind als Models unterwegs.

Noch Fragen Hauser? Ja, Kienzle. Warum schauen sich die Menschen solch einen Quatsch an?
Wahrscheinlich weil sie ihr eigenes Leben für so farblos halten…

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