Die 4. Revolution – Energy Autonomy

Einer der bekanntesten Sprüche, mit denen zum Beispiel Eltern ihre Kinder anspornen, lautet: „Wo ein Wille ist, da ist auch ein Weg.“ Umgedreht bedeutet das aber auch: Wo kein Wille vorhanden ist, dort findet man keinen Weg. Eine Beschreibung, wie sie nicht besser auf den derzeitigen Zustand der Energiewirtschaft passen kann. Die ist nämlich zu großen Teilen in der Hand von wenigen großen Unternehmen und die tun alles dafür, dass alles so bleibt wie es ist: riesige Kohlekraftwerke, Atomkraftwerke, CO2-Speicherung unter der Erde etc. Es sind diese Energie-Riesen und ihre Handlanger in der Politik, die verhindern, dass sich neue Verfahren durchsetzen, denn das zeigt der Film überdeutlich: Es gibt genügend sinnvolle und praktisch erprobte Konzepte für eine alternative Energieversorgung. Das Dumme daran ist nur – man braucht die großen Energiekonzerne dafür nicht.

„Wir stehen vor dem größten Strukturwandel der Wirtschaft seit Beginn des Industriezeitalters“ (Hermann Scheer)

Zwei Milliarden Menschen sind derzeit von der Verwendung elektrischer Energie ausgeschlossen. Doch ohne Strom wird es dort keinen Anschluss an das moderne Leben, keine Weiterentwicklung geben. Wollten wir diese auf die selbe Weise versorgen, wie es die Industrieländer tun, würde jedoch bald weltweit das Licht ausgehen. Auf der anderen Seite haben die Folgen von Kohle-, Öl- oder Uranabbau vor allem „unterentwickelte“ Staaten zu tragen, denn sie verfügen zwar über die Bodenschätze, die Umweltgesetzgebung ist aber meist nur als lasch zu bezeichnen. Zudem fließen nicht selten die Gewinne aus dem Abbau der Rohstoffe in die Taschen korrupter Regime oder gleich in die irgendwelcher dubiosen Milizen, die damit Waffen kaufen und ihre Mitmenschen terrorisieren.
Die 4. Revolution“ zeigt sehr deutlich, dass das Zeitalter zentraler Energieversorgung aus fossilen Brennstoffen seinem Ende entgegen geht. Ein Grund zur Panik ist das nur für die Energieriesen, deren Geschäft sich dramatisch verändern wird. Doch statt als Dienstleister mit Know-how voranzugehen, behindern diese Unternehmen die Umgestaltung.
Dies wird deutlich aus den zahlreichen Interviews mit Verfechtern alternativer Lösungen. Doch der Film macht nicht den Fehler, zu zeigen, wie „böse“ die anderen sind, Regisseur Carl-A. Fechner setzt vielmehr auf die Überzeugungskraft positiver Beispiele aus aller Welt. Und darin besteht der große Gewinn dieses Films: Er überzeugt den Zuschauer, dass der Umbau möglich ist und zeigt ganz nebenbei noch, dass sich mit gutem Willen auch in armen Ländern Dinge ändern lassen. Dies wird besonders schön an den Solartechnikerinnen von Bangladesh deutlich: eigentlich Hausfrauen, die jedoch die neue Technik als Chance für sich und ihre Familie erkannt haben.

Das Fazit des Films lautet: Die Zukunft der Energiewirtschaft liegt in der Dezentralisierung und in der Kombination verschiedener alternativer Energien. Damit lassen sich unsere Energie- und Umweltprobleme durchaus in den Griff bekommen. Dies glaubwürdig zu vermitteln, ist die eigentliche Leistung von „Die 4. Revolution – Energy Autonomy“. Denn genau das ist es, was „Dank“ wirtschaftsgesteuerter Indoktrination noch nicht bei den Menschen angekommen ist: Ein Leben ohne fossile und atomare Energieträger ist möglich!

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