Pleasantville

Letzten Mittwoch hatte ich mal sturmfreie Bude – die Frau war zur Dienstreise unterwegs. Selbstverständlich nutzte ich die Gelegenheit, um ausgiebig Fernsehen zu schauen und zwar das, was mir gefällt. Beim Zappen landete ich dann bei „Pleasantville“. Dort blieb ich dann auch hängen, denn der Film ist wirklich großartig. Kino, wie es sein sollte…

„Pleasantville“ ist eine besondere Variante des Film-im-Film-Themas. David (Tobey Maguire) ist ein Fan der gleichnamigen (fiktiven) 1950er-Serie. Für ihn ist die dort dargestellte Welt perfekt, denn alles geht seinen geregelten Gang, ist überschau- und vorhersehbar. Ganz anders als in seinem echten chaotischen Leben: Die Eltern sind geschieden und auch seine eigenen Beziehungen verlaufen alles andere als einfach. Pleasantville wird für ihn zum Zufluchtsort – durch eine „verzauberte“ Fernbedienung auch ganz real. Gemeinsam mit seine abenteuerlustigen Schwester Jeniffer (Reece Witherspoon) landet David in der Serie und die beide übernehmen auch in der heilen 50ies-Welt die Rolle eines Geschwisterpaares. Doch so heil ist die Welt gar nicht – die beiden Teenager müssen bemerken, dass – wie in der echten Welt – sich die Dinge verändern und nicht jeder gleichermaßen damit klar kommt. Viele Menschen möchten an einmal lieb Gewonnenem festhalten.

Die Welt von Pleasantville ist schwarz und weiß – alles ist an seinem Platz und vollkommen klar. Doch immer mehr Menschen entdecken an sich neue Aspekte und werden farbig. In einer Szene sieht man ein Schild „No Coloured“ an einem Laden – ein deutlicher Hinweis, dass auch die „idealen“ 1950er nicht ideal waren. Besonders eindrucksvoll ist die Rolle von Serienmutter Betty, die als idealtypische Hausfrau ihrem Mann zu Diensten ist. Der nimmt sie aber nach vielen Jahren Ehe mehr als eine Hausangestellte seine als seine Frau wahr. Durch die Beziehung zum Dinerbesitzer Bill Johnson blühen beide auf – Betty und Bill, der sein Talent als Maler erkennt.

Selbstverständlich geht dieser Wandel nicht ohne „Schmerzen“ ab. Bücher werden von den „Konservativen“ als Ursache für die ungeliebten Veränderungen erkannt und verbrannt. Auch gibt es ein Gerichtsverfahren gegen Bill Johnson und David, weil diese entgegen den Anordnungen Farben verwendet und eine Häuserwand bemalt haben. Letztendlich geht das Ganze aber gut aus, anders als vielleicht häufig im realen Leben.

Pleasantville ist ein modernes Märchen, das mit seiner poetischen Kraft anrührt. Kaum vorstellbar, dass sich ein Zuschauer dem Zauber des Films entziehen kann…

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