Transformers – Unentschiedene Matrialschlacht

Es gibt Filme, die „muss“ man einfach gesehen haben, um mitreden zu können. „Armageddon“ war zum Beispiel einer dieser Filme, „Independence Day“ oder „Jurassic Park“. Das sind war alles keine filmischen Meisterwerke aber so ziemlich jeder hat’s gesehen und zudem setzen die technischen Errungenschaften, die sich in diesen Filmen manifestieren, Standards für die nächsten Jahre. Neben „Avatar“, den ich bisher noch nicht angeschaut habe, zählt sicher „Transformers“ zu diesen Kinoereignissen. Im Lichtspielhaus hätte ich mir das Werk zwar nicht angeschaut, weil man da nicht umschalten kann, wenn’s zu doof wird, aber da der Film nun mal im Fernsehen lief, habe ich die Gelegenheit genutzt und mir die Transformer angetan.
Die Story an sich ist, wie nicht anders zu erwarten, recht dünn. Die Vertreter einer Roboterzivilisation landen auf der Erde, weil hier vor Jahren einer ihrer Führer gestrandet ist. Besagter Megatron ist der Anführer der bösen Decepticons und wurde vom Großvater des Haupthelden Sam Witwicky (Shia LaBeouf) im Eis der Arktis gefunden. Durch einen Zufall aktivierte Großvater Witwicky das Navigationssystem von Megatron und auf seine Brille wurden die Koordinaten des Fundortes eingebrannt. Wie sich später herausstellt, sind diese Informationen zwar nutzlos, da sich Megatron mittlerweile in einem Geheimlabor der US-Regierung befindet aber was soll’s. Auf jeden Fall sind die bösen Decepticons und ihre guten Gegenspieler, die Autobots auf der Jagd nach der Brille und so steht Sam, ein ziemlich beschränkter Teenager mit Automacke im Mittelpunkt des Geschehens. Seine Gedanken kreisen einzig darum, ein tolles Auto sein eigen zu nennen und so den Mädchen zu imponieren, namentlich der von Megan Fox gespielten Mikaela Banes. Entsprechend klischeehaft und eindimensional kommt die Figur Sam auch im Film rüber.
Seltsam empfand ich an „Transformers“ die Tatsache, dass sich der Film nicht so recht entscheiden konnte, was er denn eigentlich sein will. „Transformers“ schlingert ständig zwischen Action-, Kriegs-, Teeniefilm und Komödie hin- und her. Besonders quälend ist aus meiner Sicht die Szene, als Sam, begleitet von den Autobots, in seinem Zimmer die heiß begehrte Brille sucht, darum bemüht, dass seine Eltern nichts von dem Ganzen mitbekommen.
Im Großen und Ganzen besteht „Transformers“ aber aus aneinander gereihten Kampf- und Jagdszenen. Komplett unglaubwürdig ist die Tatsache, dass bei all den Unfällen und Schießerein nicht ein einziges Mal Blut zu sehen ist. Das ist also quasi Kriegs-Petting. Realistischerweise müssten die Leichenteile nur so durch die Gegend fliegen aber dann hätte man wahrscheinlich Probleme mit der Zensur bekommen. Außerdem wären solche Bilder sicher dem Image der Army abträglich, die den Film massiv unterstützt haben dürfte. Genau betrachtet ließe sich „Transformers“ auch als einziges Werbevideo für die US-Streitkräfte verstehen, das die Technikbegeisterung der vermutlich vorrangig männlichen Adoleszenten in die gewünschten Bahnen lenkt. Insgesamt ist der Film von massivem Product Placement durchsetzt, was auch denen auffallen dürfte, die sonst nicht auf solche Sachen achten. Die Bedürfnisse der Testosteron-Zielgruppe werden zudem von der wirklich sehr attraktiven Megan Fox „befriedigt“.
Nicht vergessen darf man, dass es sich bei den Transformers eigentlich um Spielzeugfiguren der Firma Hasbro handelt, insofern dürfte der Film auch bei einer deutlich jüngeren Zielgruppe Begehrlichkeiten wecken (welche Altersfreigabe „Transformers“ in den USA bekommen hat, weiß ich nicht), die ihre Eltern sicher mit dem Wunsch nach der DVD traktiert haben dürften. Insgesamt also rein finanziell ein gutes Geschäft.
Aus meiner Sicht wirklich sehenswert sind in erster Linie die Transformationsprozesse der Roboter. Das ist wirklich beeindruckend, wie flüssig und glaubwürdig diese Prozesse vonstatten gehen. Mir würde ein Zusammenschnitt dieser Szenen komplett genügen, aufgelockert mit einigen Bildern von Megan Fox 😉

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