Fernsehen zu Ostern

Normalerweise hocke ich jetzt kaum vorm Fernseher. Das Wetter wird langsam besser und gerade über die Osterfeiertage wird ordentlich gefeiert, die Geburtstagspartydichte ist extrem hoch und zudem muss auch die Familie besucht werden. Dieses Jahr konnte ich kaum eine dieser Ausflüchte geltend machen, denn ein heftige Erkältung fesselte mich, wenn auch nicht ans Bett, so doch an die heimische Stube. Logischerweise schaltete ich daher auch öfter das Fernsehgerät ein. Wie jedes Jahr kamen die typischen Bibelschinken, schließlich ist Ostern ja ein „christliches Fest“. Bei „Samson und Deliah“ habe ich mal kurz reingeschaut, ertragen kann ich diesen Schmarrn allerdings nicht mehr. Früher habe ich gern solch Sachen wie „Ben Hur“ oder „Die Bibel“ geschaut, heutzutage halte ich die hölzernen, eindimensionalen Charaktere nicht lange aus und schalte weg. Der viel gescholtene Mel Gibson-Film „The Passion Of Christ“ kam mir diesmal zu spät aber ich habe das Werk schon einmal gesehen. Persönlich fand ich nicht, dass irgendeiner der Vorwürfe der Kritiker, von Antisemitismus bis hin zu überflüssiger Blutrünstigkeit zutraf, im Gegenteil. Für mich ist der Film eine sehr realistische und ungeschminkte Darstellung der Ereignisse. Selbstverständlich hält sich Gibson recht genau an die biblische Vorlage aber sich darüber zu streiten, ob die Ereignisse so stattgefunden haben, wie sie dort beschrieben sind, ist müßig, da eine Glaubensfrage. Wer die Story für Quatsch hält, kann sich ganz gut über die angestrebte Authentizität erregen, filmisch finde ich „The Passion Of Christ“ auf jeden Fall sehenswert.
Vor dem Gibson-Film lief „The Da Vinci Code – Sacrilege“, die Verfilmung des Bestsellers von Dan Brown. Im Kino hatte mich der Streifen nicht wirklich überzeugt, beim zweiten Anlauf konnte ich ihn zumindest als gute Unterhaltung zu schätzen. Einzig das Ende des Streifens war ein wenig dick aufgetragen. Ich habe zwar auch das Buch gelesen, weiß allerdings nicht, ob sich das dort besser erklärt: Als Professor Langdon und Sophie Neveu am Ziel ihrer Reise in der Bibliothek unter der Kirche angekommen sind und Langdon sofort aus der Kalten weiß, dass Sophie die letzte und einzige Nachfahrin Jesu Christi ist. Woher nimmt er diese Gewissheit, ohne die Unterlagen gründlich zu studieren. Dass die junge Frau EIN Nachkomme ist OK, aber die Einzige?
Zum Ostersonntag schauten wir dann noch „Keinohrhasen“. Bisher hatte ich den Film nicht gesehen – ehrlich gesagt ist das auch nicht der Stoff, für den ich ins Kino gehe. Insgesamt ein recht netter, wenn auch vorhersehbarer Streifen mit einem „unwiderstehlichen“ Til Schweiger, der sich vom Arschloch zum Frauenversteher wandelt. So recht will man als Zuschauer aber nicht glauben, dass die Filmfigur Ludo Decker nach dem Happy End zum treuen Lebensgefährten mutiert. Die von Nora Tschirner gespielte Anna Gotzlowski ist zudem eine ziemlich farblose Figur, die das Rollenklischee bis zum Abwinken bedient. Egal: Besser als andere „Osterhighlights“ wie das unsägliche „American Pie“ ist der Film allemal, wenn auch die FSK 12 etwas mutig ist.
Ein wenig geärgert habe ich mich darüber, dass ich den Film „Der Verdacht“ verpasst habe, der – wenn ich mich nicht täusche – auf Anixe lief. Der von Regisseur Frank Beyer 1991 gedrehte Streifen zeigt eine tragische Liebesgeschichte in der DDR. Leider schalte ich eher zufällig zu, so dass ich nur die letzten 15 Minuten sehen konnte und auch die Wiederholung habe ich verpasst, so dass ich zur Handlung nicht viel sagen kann. Interessant war jedoch die DDR-typische trübe Stimmung der Bilder. Das klassische Alltags-grau-in-grau. Eine Weile habe ich gebraucht, bis ich herausfand, in welcher Stadt der Film spielte. Die Autokennzeichen halfen nicht weiter – leider habe ich bis auf wenige Ausnahmen vergessen, welche Buchstaben für welchen DDR-Bezirk standen – aber anhand der typischen Silhouette des Domes erkannte ich dann doch Magdeburg. Es ist schon erstaunlich, wie sich die Stadt verändert hat…

Alles in allem war das verlängerte Osterwochenende ein eher durchschnittliche Fernsehzeit mit den selben Problemen wie immer. Die guten Filme kommen viel zu spät.

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2 Responses to Fernsehen zu Ostern

  1. Kinotrailer sagt:

    mich stört es auch tierisch ,dass die guten FIlme erst spät am Abend kommen…eine Frechheit!

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