Die Grenze, Teil 2

Gestern lief nun Teil zwei des Fernsehfilmes und ich habe ihn mir wie angekündigt angeschaut. Sicher, es gibt an dem Werk allerhand zu kritisieren. Allerdings finde ich Vieles von dem, was da gesagt und geschrieben wurde als ungerecht. Die meisten Hollywood-Filme, auch die, die angeblich das normale Leben abbilden sind wesentlich unrealistischer. Bei deutschen Filmen wird da gern alles durch den Dreck gezogen, was bei den Amis ohne Probleme durchgeht. Auch nach Teil zwei muss ich sagen: Sicher war Manches überspitzt, absolut unmöglich jedoch nicht. Die Grenze war gute Unterhaltung und hat durchaus das Potential, zur Diskussion anzuregen. Der unselige Dresden-Film, der ebenfalls von den teamworx-Machern stammt, war hingegen eher ärgerlich, da einige Darstellungen an Geschichtsverfälschung grenzten. Insofern sollten sich die Herrschaften lieber an fiktive Stoffe halten, bei „Die Grenze“ haben sie ihre Sache ganz gut gemacht. Auch das Ende des Films war nicht zu fett aufgetragen, blieb doch die Frage offen, wie es weiter geht. Dass persönlich alles ins Reine kam, war selbstverständlich zu erwarten. Als Happy End in jeder Beziehung ließ sich das Ganze aber nicht verstehen. Die MeckVoPomm-DDR machte die Grenzen dicht und es war schon absehbar, dass sie am Tropf der Rest-BRD hängt und gar als Billiglohnland vor der Haustür dient. Die Rechten existierten weiterhin, der Ex-Diktator segnete das Zeitliche, doch an seine Stelle trat ein neuer Heiland. Mit anderen Worten – die Geschichte geht weiter…

Johannes B. Kerner ist zwar eine Hassfigur für mich (und auch für viele Bekannte), trotzdem sah ich mir seine Talkshow im Anschluss an. Viel Substanzielles kam dabei aber nicht heraus. Der Einzige, der wirklich etwas beizutragen hatte, war ein Staatsrechtler, der leider viel zu selten zu Wort kam. Interessant war zudem der Auftritt des Ex-Nazis, der von seinen Erfahrungen in der rechten Szene berichtete. So richtig konnte sich die Runde nicht entscheiden, ob der potentiell mögliche Wiederaufbau der Mauer oder die rechtsradikale Gefahr das Hauptthema sein sollte. Selbstverständlich lässt sich beides als Form der Demokrartieablehnung verstehen aber beide Themen sind viel zu umfassend, als dass man sie in so einer Runde mal eben schnell diskutieren könnte. Zu einer Aussage, ob die größere Bedrohung nun von „rechts“ oder „links“ kommt, ließ sich niemand hinreißen. Wenn man dann noch solche Gesprächspartner wie Axel Schulz einlädt, dann erst recht nicht. Mich hätte zum Beispiel eher die Meinung der Dame interessiert, die in der Vortagsdoku als Expertin für die Rechte Szene zitiert wurde.

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