Zardoz

Zukunftsvisionen gibt es viele – das Science Fiction-Genre ist wohl eines der beliebtesten Film-Genre überhaupt. Der 1974 gedrehte Film „Zardoz“ mit Sean Connery und Charlotte Rampling in den Hauptrollen, spielt im Jahr 2293 – und gehört damit zweifelsohne auch in diese Kategorie. Während „Zardoz“ für die einen ein Kultfilm ist, finden die anderen ihn einfach nur blöd.

Ein abschließendes Urteil zu dem Film, den mir ein Freund – offensichtlich der ersten Gruppe zuzuordnen – zum Anschauen gab, kann ich nicht geben, auf jeden Fall werde ich mir das Werk, welches mir leider nur im englischen Original vorlag, sicher noch ein zweites oder gar drittes Mal anschauen. Nicht unbedingt, weil „Zardoz“ so großartig ist aber zumindest interessant.
Schon die Ausgangssituation, die Vorstellung darüber, wie 2293 die Welt aussieht, hat vielen anderen Science Fiction-Filmen Einiges voraus. Zum einen gibt es die „Brutals“, die in den „Outland“ ein von Gewalt und Not bestimmtes Leben führen. Den „Exterminators“ kommt die Rolle der Unterdrücker zu, sie töten wahllos Menschen, denn die freie Fortpflanzung wird als Gefahr betrachtet; die Erde würden durch die Menschen verseucht. Ihre Macht und entsprechende Waffen bekommen die „Brutals“ von ihrem Gott Zardoz, einem steinernen, fliegenden Kopf. Selbiger wird von einem der „Eternals“ bedient, einem Menschen, der in der „Vortex“ genannten Schutzzone lebt.
Die Menschen im „Vortex“ führen auf den ersten Blick beneidenswertes Leben. Sie sind unsterblich, leben in Luxus und Müßiggang, verfügen über ungeahnte technische Möglichkeiten und stehen in telepatischer Verbindung. Das Gesellschaftssystem ist AUF den ersten Blick eine Demokratie, stellt sich später dann aber als eine Art „gelenkte Demokratie“ heraus, den dem Einzelnen ist es nicht möglich, aus der Gruppe auszuscheren. Während alle „Eternals“ in der Blüte ihrer Jahre stehen, werden die „Renegades“ für ihre Vergehen mit dem Altern bestraft, ohne jedoch Sterben zu können. Doch der Wunsch nach dem Tode dominiert das Dasein der Eternals immer mehr…
Ohne im Einzelnen auf die vollständige Handlung einzugehen, sei noch erwähnt, dass es Zed (Sean Connery) als „Brutal“ gelingt, in die geschlossene Zone des Vortex einzudringen und er dort als Sklave und Versuchstier leben muss und am Ende gar getötet werden soll. Doch gelingt es ihm, die „Tabernakel“, das lebenserhaltende System der Vortex zu zerstören und damit die ganze Gesellschaft der „Eternals“, die in einem finalen Massaker von den „Brutals“ hinweggefegt werden. Zed flieht mit Consuella, einer der Eternals. Am Ende sieht man im Zeitraffer, wie ihr gemeinsames Kind geboren wird und aufwächst und die beiden altern und letztendlich sterben.
Auch wenn ich nicht Alles verstanden habe – sicher nicht nur aufgrund meiner mittelmäßigen Englischkenntnisse – so ist doch erstaunlich, welch finsteres Menschenbild der Film auf den ersten Blick propagiert. In der finalen Zerstörung der Vortex triumphiert das Barbarische. Doch bei genauer Betrachtung wird klar, dass die Outlands nur deshalb ein Ort des Schreckens sind, weil die Eternals sie dazu gemacht haben. Die Zerschlagung ihrer Herrschaft ist ein Neubeginn.
Filmisch bietet „Zardoz“ das klassische Repertoire der End-60er, Anfangs-70er: viele bunte Farben, verwirrende Optiken, reichlich nacktes Fleisch, zum Teil recht verschlungene Gedankengänge. Wie vieles aus dieser Zeit scheint das Werk stark drogeninduziert zu sein, vielleicht ist es aber gerade deshalb sehenswert, denn der Betrachter wird mit ungewohnten Sichtweisen konfrontiert. Ich empfehle den Film wenigstens eine Chance zu geben, bevor man ihn sich von Negativurteilen schlecht machen lässt. Selber schauen macht schlau!

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