Brian feiert 30sten Geburtstag!

Gestern vor dreißig Jahren kam Monty Python’s „Life Of Brian“ (Das Leben des Brian) in die Kinos. Der Film, der heute vor allem wegen seiner komödiantischen Stärken immer wieder gern gesehen wird, löste damals heftige Diskussionen aus, vergleichbar vielleicht denen um die dänischen Mohammed-Karikaturen. Nur, dass 1979 sich vor allem Christen und Juden über die „blasphemischen“ Darstellungen der Komikertruppe erregten. Irgendwie kommt uns diese Kontroversen heute vor, wie aus einer anderen Zeit…
Wer sich nicht nur über die gelungenen Witze und Slapstickeinlagen in „Das Leben des Brian“ freut, wird allerhand Kritik an Religionen finden oder aufmerksamer betrachtet, an dem Umgang der Menschen mit der Religion als institutionalisiertem Glauben. Da ist der Ex-Leprakranke, der seinen Wohltäter verflucht, weil sein Leben als Bettler irgendwie einfacher war als das als gesunder Mensch. Die Wunderheilung hat ihn seinen Job gekostet. Da sind die zahllosen Anhänger Brians, die ihm folgen, um von ihrem „Messias“ Antworten auf ihre Fragen zu erhalten. Schön bei der erstbesten Möglichkeit teilt sich die Anhängerschar in diejenigen, die eine Sandale zu ihrem Fetisch erkoren haben und denen, die eine Wasserflasche für ein religiöses Symbol halten. Bezeichnend ist auch die Szene, in der Brian auf der Flucht vor seinen Anhängern in die Grube des Eremiten springt und diesem auf die Füße tritt. Die Jünger wollen dies als Wunder verstehen, so sehr sich auch Brian gegen diese Sicht der Dinge wehrt. Der arme Eremit wird gar als Ketzer von den blind Gläubigen ermordet.
Sehr bezeichnend sind auch die Szenen, die sich mit den politischen Aktivisten befassen. Wer erinnert sich nicht an die „Spalter“-Rufe im Kolosseum, als die Anhänger der „Volksfront von Judäa“ einen Vertreter der Judäischen Volksfront erblicken oder an den Überfall im Palast des Pontius Pilatus, als beide Freischärler-Truppen aufeinander einschlagen, anstelle ihr gemeinsames Ziel zu verfolgen. Wie sagt Brian so schön: „Wir sollten mineinander kämpfen!“ – „Tun wir doch ist die Antwort“ und die Römer müssen nur noch die Reste beider Truppen einsammeln. Unglaublich witzig und auch heute noch aktuell ist die Diskussionsrunde unter dem Motto: „Was haben die Römer uns gebracht?“
Insgesamt ist der Film für mich eher eine satirische Kritik an allzumenschlichen Charakterschwächen und weniger an der Religion an sich. Selbstverständlich kann ich mir gut vorstellen, dass religiöse Personen, die von sich ja häufig genug glauben, die besseren Menschen zu sein, sich davon getroffen fühlen. Kein Wunder also, dass gerade in den USA aber auch in Großbritannien massiv versucht wurde, die Aufführung des Filmes zu verhindern. Der Popularität von „Das Leben des Brian“ hat dies eher gut getan. Einige Redewendungen, wie besagtes „Spalter“, die „Otternasen“ oder „Zur Kreuzigung? Nach links. Jeder bitte nur ein Kreuz“ sind quasi Teil der Alltagssprache geworden. Und das Schlusslied „Always Look On The Bright Side“ ist längst ein Schlager. Die Welt ist davon nicht untergegangen. Zum Glück zählt bei uns Meinungsfreiheit mehr als die Blasphemie-Schreie einiger ewig Gestriger…

Ein großartiger Artikel zum Film mit vielen Hintergrundinformationen findet sich in der Wikipedia.

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3 Responses to Brian feiert 30sten Geburtstag!

  1. spanksen sagt:

    Herzlichen Glückwunsch, ein absoluter Klassiker!

  2. flimmerstunde sagt:

    Ich hab den Film nicht gedreht! Also musst Du Monty Python beglückwünschen, nicht mich 🙂

    Trotzdem Danke für den Kommentar!

  3. spanksen sagt:

    Mensch, ich meinte doch auch Monty Python 😉

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