Auf dem Weg ins All

Science Fiction heißt ja eigentlich nichts anderes als wissenschaftliche Fiktion / Annahme. Viele der Bücher und Filme, die sich mit dem Thema Raumfahrt beschäftigen, gehören genauer betrachtet jedoch ins Phantasy-Genre. Hingegen war vom BBC 2004 erstellte Sendung „Space Odyssey: Voyage To The Planets“ Science Fiction im besten Sinne. Denn in über zwei Stunden konnte der Zuschauer erfahren, wie in nicht allzu ferner Zukunft eine Reise von fünf Wissenschaftlern zu einer Reihe von Planeten in unserem Sonnensystem aussehen könnte. Eine sehr schöne Idee und doch schaffte ich es nur, bis etwa zur Hälfte des Beitrages durchzuhalten.

Ein wenig verwirrend war der Ansatz von „Space Odyssey “ schon, schließlich stellte die fiktionale Dokumentation die Reise zu den Planeten so da, als fände sie tatsächlich statt und der Zuschauer wäre dank modernster Technik direkt dabei. Fake-Wissenschaftler und Fake-Astronauten meldeten sich zu Wort und erklärten – erst von der Erde, dann auch von den Planeten, worauf es bei den einzelnen Vorbereitungen und Manövern ankommt aber dummerweise auch, was sie denken und fühlen. Das menschelte gewaltig – definitiv eine der Schwächen der Sendung. Einen der „Höhepunkte“ dieser Art bildete die Szene, als die Verbindung zu den Astronauten abreißt, die sich auf dem Landeanflug auf die Venus befinden. Hektische Gesichter, Verzweiflung und dann wieder freudiger Jubel als die Vermissten wieder auf dem Bildschirm erscheinen. Nun ja, man kennt solche und ähnliche Szenen aus Weltraumfilmen aber auch von Dokus zur Mondlandung etc. Trotzdem kommt man sich als Zuschauer veräppelt vor: weiß man doch schließlich, dass das alles nicht echt ist. Da es den Machern aber darum geht, Wissen an den Mann und die Frau zu bringen, wird das Geschehen jedoch nie rein fantastisch und so ist der Betrachter hin und her gerissen: Was soll er Ernst nehmen und was nicht?

Unabhängig von dieser Tatsache vermittelt die fiktionale Doku auf diese Weise eine Menge Einsichten, so zum Beispiel, dass die Venus mit einer extrem dichten Atmosphäre gesegnet ist und es schwer werden wird, die Kommunikation mit den Astronauten aufrecht zu erhalten, wenn sie einmal auf dem Planeten landen. Wer denkt als Laie schon daran, dass eine Kamera aufgrund des gewaltigen Drucks auf der Venusoberfläche einfach so implodiert? Dank digitaler Technik konnte der Zuschauer sehen, wie das technische Gerät quasi „auslief“, wie in einer hochviskosen Flüssigkeit. Bilder, die im Gedächtnis bleiben. Sehr schön wurde auch vermittelt, wie selbst kleine Fehler und Verzögerungen unter den extrem lebensfeindlichen Bedingungen gravierende Folgen haben können.

Später auf dem Mars lernte der Zuschauer, dass es auf dem roten Planeten Wasser gibt – die Freude der Wissenschaftler als der Roboter auf das kostbare Nass stieß, wurde entsprechend enthusiastisch in Szene gesetzt. Auch hier fanden die Macher ein sehr gutes Bild dafür, zu illustrieren, dass der atmosphärische  Druck auf dem Mars nur etwa ein hunderstel des Drucks auf der Erde ausmacht. Ein Sandsturm-Tornado „überrollte“ einen der Astronauten, den das aber kaum beeindruckte, schließlich hatte das Ereignis die Wirkung einer terrestrischen Sommerbrise…

Wie gesagt. Der Reportage gelingt es sehr schön, bestimmte wissenschaftlich fundierte Fakten zu vermitteln. Besonders für Kinder und Jugendliche eignet sich „Space Odyssey: Voyage To The Planets“ sicher hervorragend, Interesse zu wecken und Wissen im Gedächtnis zu verankern. Mir war das Ganze dann aber doch etwas zu dick aufgetragen. Allein die unvermeidlich bedeutungsschwangere Filmmusik ging mir recht schnell auf den Zeiger. Zumindest die Anfangssequenz vermittelte jedoch recht schön, wodurch die mittlerweile etwas eingeschlafene Begeisterung für einstmals motiviert war.

 

Wann: Mittwoch 15. Juli, 20.15h
Wo: ProSieben

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